Das erste Viertel Jahr - eine Achterbahn der Gefühle

Die ersten drei Monate dieses Jahres waren bereits so vollgepackt mit Emotionen in alle Richtungen, die ich gerne verteilt auf das Jahr erlebt hätte. Ich wusste bereits, dass es stürmisch werden würde, aber auf diese Wellen war ich dann doch nicht vorbereitet. Doch steigen wir ein in dieses turbulente erste Vierteljahr.

Hurra, endlich ist sie da! Meine Pumpe!

Ein Jahr Diabetes Typ 1. Ein Jahr Handling mit Pen, einem CGM Messsystem und mit Werten, die schwankender nicht hätten sein können. Dann endlich kam die Genehmigung der Krankenkasse und ich wurde gleich zu Jahresbeginn in das Pumpensystem unterwiesen. Endlich. Ich habe so darauf zu gefiebert. Meine Pumpe! Seitdem hat sich meine Situation allerdings nicht wesentlich gebessert. Gerade die Einarbeitungsphase, die die Pumpe brauchte, hatte es in sich. Ja, nun bin ich häufiger im Normbereich, ja nun habe ich weniger oft Spitzen. Dafür habe ich bislang bei jeder längeren Gassirunde (länger als 30 Minuten) eine Unterzuckerung. Anfangs konnte ich deshalb große Gassirunden nicht alleine gehen. Bewegung in jeder Art, wie Hausarbeit und Sport schlägt sofort auf den Blutzucker und ich rutsche ganz schnell in eine Hypo. Und die sind alles andere als angenehm.

Was ich auch schon erleben durfte, dank eines “Systemausfalls” der Pumpe - die Insulinkanüle hatte nicht immer Kontakt zum Schlauch und somit hat die Pumpe nicht die korrekte Menge Insulin abgeben können. So habe ich vor meiner Mahlzeit gespritzt, es kam aber kein Insulin an. Doch das System hat keine Rückmeldung gegeben. Das hatte zur Folge, dass ich eine Spitze von über 500 hatte und in eine Keto Azidose gerutscht bin. Zum Glück war ich im Homeoffice und mein Mann zuhause. Mein Mann musste mich zum Bett führen. Ich konnte nicht mehr laufen. Die Muskulatur hat komplett zu gemacht wie nach einem starken Muskelkater. Für solche Fälle gibt es ein Ablaufschema, das sich danach richtet, wie hoch die Azidose ist und somit die Ketonkörper im Blut. Ich hatte Glück und mein Zustand verbesserte sich nach drei Stunden wieder und ich war wieder im Normalbereich. 

Trotzdem muss ich sagen, dass ich froh bin, die Pumpe nun zu haben. Ich hatte wirklich gedacht, dass ich weniger Arbeit habe. Doch ganz so ist es nicht. Der Katheter muss alle zwei bis drei Tage gewechselt werden. Das Insulin muss alle 4 bis 5 Tage nachgefüllt werden. Dann ist da der Schlauch und die Pumpe, die ich irgendwo in der Kleidung verstecken muss. Die Krankheit ist nach wie vor präsent. Und damit muss ich zurechtkommen. 

Berlin, wir fahren nach Berlin!

Wow, was für ein Erlebnis. Mein ältestes Patenkind hatte die Möglichkeit auf der Fashion Week in Berlin bei Marcel Ostertag mit zulaufen. Das habe ich mir als Patentante natürlich nicht nehmen lassen. Also sind wir zu dritt, Marlene, Marlenes Mama und ich nach Berlin gefahren. Wie aufregend! Das war meine erste Fashion Week, die ich bisher erleben durfte und es war einfach nur gigantisch. Marlenes großer Auftritt war nicht nur für sie aufregend. Wir haben so sehr mitgefiebert, dass wir vermutlich aufgeregter waren als sie selbst. Neben der Fashion Week haben wir natürlich auch noch ein bisschen Sight Seeing gemacht. Ich bin so dankbar für das Wochenende und so stolz auf Marlene. Hier ein paar Eindrücke von einem super coolen Wochenende.

Belastung - Allen gerecht werden wollen

Das letzte Jahr endete mit einem schlechtem Gewissen und einer großen Verantwortung für meine Familie und mich. Meine Mama ist seit Jahren schwer erkrankt an einer Immunkrankheit. Seit Weihnachten hat sie ihre Tage im Krankenhaus verbracht. Wir wollten ihr immer nah sein und ihr das Gefühl geben, dass sie nicht alleine ist. Also haben wir sie abwechselnd im Krankenhaus besucht. Dadurch blieb zuhause viel liegen. Nicht zu sprechen von der gemeinsamen Zeit mit meinen zwei Jungs, die sich auf ein Minimum reduzierte. Ich funktionierte, Gassirunden, Arbeiten, Krankenhausbesuche, schauen wie es Papa geht. Kreativsein; sehr reduziert. Das war eine enorme psychische Belastung. Ständig das Gefühl zu haben, zwischen den Stühlen zu stehen. Doch die Zeit hat mich näher zu meiner Mama gebracht und für diese gemeinsam verbrachte Zeit bin ich sehr dankbar. 

Ein bisschen Fastnacht

Da lag dann auch noch Fastnacht dazwischen und ich bin ein großer Fastnachter. Seit einigen Jahren bin ich im Komitee unserer Kindersitzung. Dieses Jahr haben wir alles selbst organisiert in neuen Räumlichkeiten. Das war ein große Herausforderung für uns. Es hat alles gut geklappt und zur Belohnung durfte ich mit meiner ehemaligen Tanzgruppe einen wunderschönen gemeinsamen Abend auf der Erwachsenen Fastnacht unseres Fastnachtsvereins erleben.

N3 Kindersitzung in Einhausen

Und plötzlich war da Stille!

Meiner Mama ging es zeitweise schlechter, aber wir haben stets gehofft, dass sie wieder nach Hause kommt. Wir hatten für dieses Jahr noch soviel vor. Dann passierte es ganz unverhofft und meine Mama kam nicht mehr nach Hause. Plötzlich war es still. Und es tut so unheimlich weh. Mama, ich vermisse dich so sehr.

Zurückfinden in den Alltag

Ein Teil meiner Wurzeln ist abgeschnitten. Doch das gehört zum Leben dazu. Nun heißt es, wieder zurück zu finden in den Alltag. Ich kann nicht behaupten, dass ich nicht genug Ablenkung hätte mit Job, Familie und Nebengewerbe. Aber es fällt verdammt schwer. Anton hilft mir dabei am meisten. Denn er verlangt seine täglichen Routinen und ist mir momentan sehr nah.  Die Gassirunden in der Natur beruhigen meinen Kopf. 
Was mir auch sehr hilft, ist das Malen und Schreiben. Es ist etwas meditatives daran, den Pinsel über das Papier gleiten zu lassen, die Pigmente sich vermischen zu sehen und sich auf ein Motiv zu konzentrieren. 
Mein Mann, mein Herz, achtet auf mich. Schaut, dass es mir so gut geht, wie möglich. Wir machen gemeinsame Unternehmungen und genießen die gemeinsame Zeit.

Kindergeburtstage und monatliche Freebies

Nebenberuflich ging es dieses Jahr los mit Terminfindungen für meine Vor-Ort-Workshops, der Jahresplanung und zwei Kindergeburtstagen. Wir haben während eines Kindergeburtstag Lesezeichen gelettert und während des anderen Geburtstags eine Katze aquarelliert. Die Kids waren zufrieden und wir hatten unseren Spaß.
Das ganze Jahr über gibt es zu jedem Monatsbeginn den Buchstaben des Monats in Blockschrift als Freebie. Lade ihn dir von meiner Webseite und mach mit. Gestalte deinen Monatsbuchstaben nach deinen Vorstellungen. Meine Umsetzung zeige ich dir auf meinem Instagramkanal @utesletters. Verlinke mich, wenn du dein Kunstwerk online stellst, so dass ich teilhaben kann und dein Werk bewundern kann. 
Im Mai steigen wir ein in die Vor-Ort-Kurse. Ein Aquarell Workshop ist bereits ausgebucht und ich bin sooo gespannt auf die Teilnehmerinnen und freue mich schon sehr drauf.

Mein Fazit - Ein Quartal voller Höhen und Tiefen

Die ersten drei Monate dieses Jahres waren ein wahres Wechselbad der Gefühle – von der Freude über meine neue Pumpe bis hin zum tiefen Schmerz, meine Mama zu verlieren. Ich habe gelernt, dass Fortschritt nicht immer bedeutet, dass alles leichter wird, und dass selbst die schönste Freude oft von Herausforderungen begleitet wird.

Doch in all dem Gefühlschaos gab es auch Lichtblicke: Das unvergessliche Wochenende in Berlin, die kreative Erfüllung in meinen Workshops, der Rückhalt meines Mannes und mein Anker Anton. Diese Monate haben mich herausgefordert, aber auch wachsen lassen. Ich merke, wie sehr mir das Kreativ sein und die Zeit mit meinen Liebsten helfen, wieder in den Alltag zurück zu finden.

Das Leben geht weiter, auch wenn es sich manchmal anders anfühlt. Ich nehme jeden Tag, wie er kommt, mit all den Höhen und Tiefen. Mal sehen, was das nächste Quartal bringt.

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Mein Jahres-Rückblick 2024: Raus aus der Komfortzone